Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

K

Keimdichte

.......................

Die Keimdichte auf den Händen beschreibt die Anzahl an Mikroorganismen (wie Bakterien, Viren und Pilze) pro definiertem Hautareal. Sie wird üblicherweise in koloniebildenden Einheiten pro Quadratzentimeter (KBE/cm²) gemessen. In der Infektionsprävention ist die Keimdichte ein zentraler Messwert, um das Infektionsrisiko und die Wirksamkeit von Hygienemaßnahmen zu bewerten.

Keimdichte nach Hautregion

Die Verteilung der Keimdichte unterscheidet sich stark nach Hautregion, Feuchtigkeitsgrad und individueller Händehygiene1:

Bereich der HandKeimdichte
unter den Fingernägeln61.370 KBE/cm²
Handfläche850 KBE/cm²
Handrücken250 KBE/cm²
Fingerzwischenräume220 KBE/cm²

Mikrobiologische Unterteilung

1. Residente Hautflora (Standortflora)
Diese Flora gehört zum natürlichen Schutzmantel der Haut. Sie siedelt dauerhaft in den oberen Hautschichten, Talgdrüsen und Haarfollikeln.

  • Keime: Überwiegend harmlose Keime (z. B. Staphylococcus epidermidis).
  • Funktion: Schutz vor dem Ansiedeln krankmachender Erreger.
  • Eigenschaft: Die Keimdichte der residenten Flora bleibt relativ konstant.

2. Transiente Hautflora (Anflugflora)
Diese Keime gelangen durch Kontakt mit der Umwelt, Patienten oder kontaminierten Oberflächen vorübergehend auf die Hände.

  • Keime: Häufig pathogene (krankmachende) Erreger.
  • Gefahr: Sie sind eine wesentliche Ursache für nosokomiale (im Krankenhaus erworbene) Infektionen.
  • Eigenschaft: Die Keimdichte schwankt massiv und muss durch eine hygienische Händedesinfektion eliminiert werden.

Relevante Einflussfaktoren

Verschiedene Faktoren können die Keimdichte auf den Händen exponentiell ansteigen lassen:

  • Schmuck und Uhren: Unter Ringen und Armbanduhren entsteht ein feuchtes, warmes Milieu. Studien zeigen, dass die Keimdichte dort um das Hundertfache höher sein kann. Aus diesem Grund ist das Tragen von Schmuck im medizinischen Alltag untersagt.
  • Hautbeschaffenheit: Gesunde Haut besitzt einen natürlichen Schutzfilm. Rissige, trockene oder verletzte Haut bietet hingegen ideale Rückzugsorte für Keime, wodurch die Keimdichte drastisch ansteigt.
  • Händehygiene: Eine korrekte Händedesinfektion ist das effektivste Mittel zur Senkung der Keimdichte.

Bedeutung für die Praxis

In der Krankenhaushygiene dient die Messung der Keimdichte (z. B. durch Abklatschuntersuchungen) als Indikator für die Qualität von Hygienemaßnahmen.

Das primäre Ziel der hygienischen Händedesinfektion ist die Reduktion der Keimdichte um mindestens 5 Log-Stufen. Das entspricht einer Eliminierung der transienten Flora um 99,999 %. Nur so kann die Übertragungskette von Krankheitserregern effektiv unterbrochen werden.


Quellen:

  1. McGinley KJ, Larson EL, Leyden JJ. Composition and density of microflora in the subungual space of the hand. J Clin Microbiol. 1988;26(5):950–953. ↩︎

Keimdichte auf den Händen in KBE/cm² (koloniebildenden Einheiten pro Quadratzentimeter)

Abb. 1: Keimdichte auf den Händen in KBE/cm² (koloniebildenden Einheiten pro Quadratzentimeter)

Illustration residenter und transienter Hautflora auf der Handfläche

Abb. 2: Illustration residenter und transienter Hautflora auf der Handfläche




Zum Glossar

Noch Fragen?

Wir helfen gerne weiter.

.....................

Bei allen Fragen zu unseren Produkten, zum Versand, zu Lieferoptionen oder zu Hygienetrainings: Unser Team hilft dir freundlich und kompetent weiter. Ruf einfach an oder schreib uns eine E-Mail.

envelopephone-handset