Glossar
Dosiermenge Händedesinfektion
Die Dosiermenge ist das für eine sichere Händedesinfektion benötigte Volumen an Händedesinfektionsmittel (flüssig, gelförmig, schaumförig). Sie muss ausreichen, um alle Handflächen während der vom Hersteller deklarierten Einwirkzeit vollständig zu benetzen und ist neben der Einreibetechnik der entscheidende Faktor zur zuverlässigen Keimreduktion. Die optimale Menge nach geltenden Empfehlungen und der individuellen Anatomie der Hände: Eine präzise Dosierung schützt sowohl den Patienten (Sicherheit) als auch den Anwender (Hautgesundheit): Messmethoden helfen dabei, die für die eigene Handgröße benötigte Menge objektiv zu bestimmen. So lässt sich ermitteln, wie viele Milliliter erforderlich sind, und zugleich ein Gefühl dafür entwickeln, wie viel Desinfektionsmittel dafür in die Hohlhand gegeben werden muss. DesiCoach® ist eine visuelle Trainingsmethode der Händedesinfektion – basierend auf einer Färber- und einer Entfärberlösung. Hier wird die Zeit bis zum Abtrocknen mit der Stoppuhr gemessen. Die Hohlhand als individueller Messbecher: Die WHO empfiehlt, eine Hohlhand voll Händedesinfektionsmittel zu verwenden und damit alle Handflächen vollständig zu benetzen.1 Hierbei dient die zur Schale geformte Handfläche als individuelles Maß und ermöglicht eine an die Handgröße angepasste Dosierung. Denn wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die benötigte Menge an Händedesinfektionsmittel mit der Handgröße zusammenhängt.2 3 Im Vorfeld können Trainings dabei helfen, ein Gefühl für die individuell benötigte Dosiermenge in der eigenen Hohlhand zu entwickeln. Pumphübe sind kein verlässliches Mengenmaß: Häufig wird die Dosiermenge pauschal in „Pumphüben“ angegeben. Diese Methode gilt jedoch als ungenau. Studien zeigen, dass die tatsächlich abgegebene Menge je Pumphub sowohl zwischen verschiedenen Spendersystemen als auch beim gleichen Spender schwanken kann – unter anderem abhängig von Produkt, Füllstand und Nutzungsintervall.4 Ohne Kenntnis des konkreten Dosiervolumens des Spenders bietet das Zählen von Pumphüben somit keine verlässliche Orientierung für die erforderliche Flüssigkeitsmenge bei der Händedesinfektion. Je nach Beschaffenheit des Mittels ergeben sich Besonderheiten in der Anwendung. Dabei sind die jeweiligen Herstellerangaben, insbesondere zu Dosiermenge und Einwirkzeit, zu beachten. Quellen:Empfohlene Dosiermenge
Relevanz der korrekten Dosierung
Methoden zur Ermittlung der individuellen Dosiermenge
DesiCoach®-Methode
Stoppuhr-Methode
Faustregeln – Anwendungshilfen im Alltag
„Eine Hohlhand voll“
„Pumphübe zählen“
Einfluss der Darreichungsform
https://iris.who.int/bitstream/handle/10665/44102/9789241597906_eng.pdf ↩︎
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27566875/ ↩︎
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26598073/ ↩︎
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32571388/ ↩︎

Abb. 1: Dosieren mit Pumpspender

Abb. 2: Individuelle Dosiermenge in Abhängigkeit von der Handgröße

Abb. 3: DesiCoach®-Methode – Dosiermenge und Benetzungslücken werden nach dem Einreiben sichtbar

Abb. 4: DesiCoach®-Methode – die Intensität der Färbung zeigt die individuell ausreichende Dosiermenge
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