Glossar
Anleitung zur Händedesinfektion – nach Standard und modernen Ansichten
Die korrekte Anleitung zur Händedesinfektion bildet das Fundament der Infektionsprävention. Ziel der hygienischen Händedesinfektion ist es, die transiente (vorübergehend anhaftende) Keimflora so weit zu reduzieren, dass keine Infektionsgefahr mehr von den Händen ausgeht. In der Praxis wird häufig die 6-Schritte-Methode gemäß EN 1500 genannt, während moderne Ansätze den Fokus verstärkt auf eine eigenverantwortliche Einreibetechnik legen. Bevor mit der Händedesinfektion begonnen wird, sind folgende Bedingungen sicherzustellen: Die weit verbreitete Anleitung orientiert sich an sechs Schritten aus der Prüfmethode EN 1500, die jeweils ca. 5 Mal wiederholt werden. Diese bekannte Methode berücksichtigt die wesentlichen Bereiche der Hände systematisch und kann dadurch helfen, die Einreibung nachvollziehbar zu vermitteln. Die EN 1500 wurde jedoch primär als standardisierte Prüfmethode für hygienische Händedesinfektionsmittel entwickelt. Sie ist daher nicht automatisch als verbindliche Anleitung für die tägliche Anwendungspraxis zu verstehen. Neben der klassischen 6-Schritte-Methode rückt daher heute stärker die eigenverantwortliche Einreibetechnik in den Fokus. Die moderne Infektionsprävention empfiehlt mittlerweile häufig die eigenverantwortliche Einreibemethode. Dabei steht nicht eine festgelegte Reihenfolge einzelner Bewegungen im Vordergrund – entscheidend ist, dass Anwenderinnen und Anwender bewusst auf das Ergebnis achten. Studien zur Einreibetechnik1 und die fachliche Einordnung der Aktion Saubere Hände2 zeigen, dass eine starre Schrittfolge in der Praxis nicht automatisch zu besseren Ergebnissen führt. Auch die AWMF-S2k-Leitlinie „Händedesinfektion und Händehygiene“3 betont, dass für die Wirksamkeit vor allem die vollständige Benetzung der Hände während der Einwirkzeit entscheidend ist. Der Vorteil: Statt eine starre Choreografie zu befolgen (Fokus auf den Bewegungsablauf), liegt das Augenmerk gezielt auf einer Strategie zur lückenlosen Benetzung aller Hautflächen (Fokus auf das Ergebnis) und fördert somit die eigene Motivation bei der Anwendung. Wichtige Grundsätze nach S2k-Leitlinie: Um die Sicherheit zu maximieren, empfiehlt es sich, das frische Desinfektionsmittel zuerst dort einzureiben, wo die Keimdichte am höchsten ist und ausreichend Flüssigkeit nötig ist, um tief in schwer zu desinfizierende Bereiche einzudringen. Diese Reihenfolge der Händedesinfektion dient als Strategie zum Erreichen einer optimalen Keimreduktion: Wichtig: Sollten die Hände vor Ablauf der 30 Sekunden trocken werden, muss sofort Desinfektionsmittel nachdosiert werden. Nur eine lückenlose Benetzung garantiert die volle Wirksamkeit. Praktische Trainingsmethoden unterstützen die korrekte Anwendung der Händedesinfektion, indem sie eine unmittelbare visuelle Erfolgskontrolle ermöglichen. Methoden wie DesiCoach® oder die UV-Kontrolle machen sichtbar, wie vollständig das Desinfektionsmittel auf der Haut verteilt wurde. Dieses Feedback hilft, die eigenverantwortliche Einreibetechnik sicher zu beherrschen und Händedesinfektion als bewusste Handlung der Infektionsprävention zu verankern. Funktionen des Feedbacks mit der DesiCoach®-Methode: Quellen:Vorbereitung: Basis für eine wirksame Desinfektion
Durchführung: Menge & Einreibetechnik
Die klassische Methode: 6 Schritte
Die moderne Methode: Fokus auf das Ergebnis
Die optimale Reihenfolge: Priorisierung der „Hotspots“
Methodische Unterstützung durch Training

Plakat: „Eigenverantwortliche Einreibemethode“ basierend auf S2k-Leitlinie „Händedesinfektion und Händehygiene“, Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene, 2023.
Mit DesiCoach® sichtbar gemachte typische Benetzungslücken, hilfreiche Handgriffe zur vollständigen Benetzung sowie vier Grundsätze zu Menge, Benetzung, kritischen Bereichen und Einwirkzeit.
Plakat herunterladen (PDF):
• DE: Plakat „Eigenverantwortliche Einreibemethode“
• EN: Plakat „Eigenverantwortliche Einreibemethode“
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