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Glossar

Compliance in der Händehygiene

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Die Händehygiene-Compliance (auch Richtlinienkonformität) beschreibt die konsequente und korrekte Umsetzung von Händedesinfektions- und Hygienemaßnahmen im medizinischen Alltag. Sie ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung nosokomialer Infektionen (Krankenhausinfektionen) und zum Schutz von Patienten und Personal.

Die Compliance-Rate wird üblicherweise als Prozentsatz ausgedrückt. Sie ergibt sich aus dem Verhältnis der tatsächlich durchgeführten Händedesinfektionen zu den Situationen, in denen eine Händedesinfektion erforderlich ist. Als internationaler Standard dafür dienen die 5 Momente der Händedesinfektion der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Compliance-Rate (%) =
Tatsächlich durchgeführte Händedesinfektionen Beobachtete notwendige Indikationen (WHO-Momente)
× 100

Einflussfaktoren auf die Compliance

Studien zeigen regelmäßig, dass die durchschnittliche Compliance in der Händehygiene oft deutlich unter dem angestrebten Niveau liegt.

Dies ist häufig auf Zeitdruck, fehlende Routine, schlecht erreichbare Desinfektionsmittelspender oder eine unzureichende Wahrnehmung des Infektionsrisikos zurückzuführen.

Bedeutung von Schulungen

Beobachtungsstudien zeigen, dass die Häufigkeit der Händedesinfektion unmittelbar nach Hygienetrainings deutlich ansteigen kann1. Trainings verbessern also nicht nur die Technik, sondern erhöhen auch die Aufmerksamkeit und Motivation für regelmäßige Händedesinfektion.

Dahinter werden einfache psychologische Effekte vermutet:

  1. Händehygiene rückt stärker in den Fokus der Wahrnehmung. Dadurch werden notwendige Händedesinfektionen im Alltag häufiger erinnert.
  2. Das Training macht die Bedeutung der Händehygiene für den Infektionsschutz unmittelbar erfahrbar. Die Botschaft wird klar: In dieser Einrichtung ist Händehygiene wichtig.

Quellen:

  1. [1] Zhang R. Investigating the prevention of hospital-acquired infection through standardized teaching ward rounds in clinical nursing. Genet Mol Res. 2015 Apr 22;14(2):3753-9. doi: 10.4238/2015.April.22.3. PMID: 25966144.

    [2]Di Muzio M, Cammilletti V, Petrelli E, Di Simone E. Hand hygiene in preventing nosocomial infections:a nursing research. Ann Ig. 2015 Mar-Apr;27(2):485-91. doi: 10.7416/ai.2015.2035. PMID: 26051147.

    [3] Gould DJ, Moralejo D, Drey N, Chudleigh JH, Taljaard M. Interventions to improve hand hygiene compliance in patient care. Cochrane Database Syst Rev. 2017 Sep 1;9(9):CD005186. doi: 10.1002/14651858.CD005186.pub4. PMID: 28862335; PMCID: PMC6483670.

    [4] McGuckin M, Govednik J. Patient empowerment and hand hygiene, 1997-2012. J Hosp Infect. 2013 Jul;84(3):191-9. doi: 10.1016/j.jhin.2013.01.014. Epub 2013 Apr 19. PMID: 23608002.

    [5] Davis R, Parand A, Pinto A, Buetow S. Systematic review of the effectiveness of strategies to encourage patients to remind healthcare professionals about their hand hygiene. J Hosp Infect. 2015 Mar;89(3):141-62. doi: 10.1016/j.jhin.2014.11.010. Epub 2014 Dec 16. PMID: 25617088.

    [6] Scheithauer S, Eitner F, Häfner H, Floege J, Lemmen SW. Long-term sustainability of hand hygiene improvements in the hemodialysis setting. Infection. 2013 Jun;41(3):675-80. doi: 10.1007/s15010-013-0424-0. Epub 2013 Feb 23. PMID: 23435688.

    [7] Scheithauer S, Rosarius A, Rex S, Post P, Heisel H, Krizanovic V, Schulze-Röbbecke R, Rossaint R, Lemmen SW. Improving hand hygiene compliance in the anesthesia working room work area: More than just more hand rubs. Am J Infect Control. 2013 Nov;41(11):1001-6. doi: 10.1016/j.ajic.2013.02.004. Epub 2013 May 11. PMID: 23669298. ↩︎

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