Maßnahmen-Mix für bessere Hygiene
Wir haben es sicherlich alle gewusst: Durch gezielte Maßnahmen und Impulse kann die Compliance zur Händehygiene deutlich verbessert werden. Wirklich spannend wird es jedoch, wenn man sich die Zahlen genauer ansieht.
In einem systematischen Review[1] beleuchten irische Forscher klinische Studien zwischen 2014 und 2020, die sich mit Händehygiene-Compliance von Gesundheitspersonal befassen. Analysiert wurden 57 Studien, vor allem aus Asien, Europa und den USA. Ziel war es, wirksame Strategien zur Reduzierung von Infektionen im Gesundheitswesen zu identifizieren.
Die Ergebnisse sind eindeutig: Kombinierte Ansätze zeigen deutliche Erfolge.
Systematisches Review
Auswertung klinischer Studien
Gerade einmal Ø 41 Prozent – das ist die durchschnittliche Händehygiene-Compliance OHNE gezielte Interventionen, wie das Review von Conor Clancy und Kollegen zeigt. Das bedeutet: In mehr als der Hälfte der Situationen, in denen Händehygiene notwendig gewesen wäre, wurde sie nicht korrekt durchgeführt.
Durch unterschiedliche Interventionen konnte die Compliance auf etwa Ø 67 Prozent gesteigert werden. Eingesetzt wurden – einzeln oder kombiniert – unter anderem Schulungen, bessere Infrastruktur, Erinnerungen, Leistungsfeedback sowie Team- und Führungsmaßnahmen.
Innerhalb dieser Studien sticht ein Ansatz besonders hervor: das multimodale Modell des International Nosocomial Infection Control Consortium (INICC). Dieser Ansatz konnte die Compliance um einen Nettowert von Ø 35 Prozentpunkten steigern – also, ausgehend vom durchschnittlichen Ausgangswert, auf etwa Ø 76 Prozent.

Ansatz 1: Das INICC-Modell
Messung und Feedback
Ein Ansatz, der in mehreren Studien besonders hohe Effekte zeigte, ist das multidimensionale Modell des International Nosocomial Infection Control Consortium (INICC)[2]. Hier stieg die Compliance um durchschnittlich + 35 Prozentpunkte. Ausgehend vom Basiswert ergibt das rund 76 Prozent.
Der Ansatz kombiniert sechs Bausteine, die gleichzeitig ineinandergreifen:
- klar definierte Maßnahmenpakete für typische Infektionsrisiken
- Schulungen und praktische Trainings
- systematisches Erfassen von Infektionszahlen
- Überprüfung der Einhaltung von Hygienemaßnahmen
- regelmäßige Rückmeldung zu Infektionsraten
- regelmäßige Rückmeldung zur Umsetzung der Maßnahmen
Der Schwerpunkt liegt auf Transparenz und kontinuierlicher Rückmeldung. Verhalten soll sich nicht nur durch Appelle verändern, sondern durch messbare Ergebnisse und sichtbare Entwicklung.
Das Prinzip dahinter ist klar strukturiert: Wir messen. Wir zeigen die Ergebnisse. Wir verbessern gezielt.
Ansatz 2: Das WHO-Modell
Infrastruktur und Sicherheitskultur
Ein weiteres international verbreitetes Konzept stammt von der Weltgesundheitsorganisation (WHO).[3] Auch hier wird ein multimodaler Ansatz verfolgt – allerdings mit stärkerem Fokus auf Veränderung der Rahmenbedingungen und der Sicherheitskultur.
Das WHO-Modell kombiniert typischerweise:
- Sichere und jederzeit verfügbare Infrastruktur
- Regelmäßige Schulungen und praktische Trainings
- Erinnerungen im Arbeitsumfeld (z. B. Poster oder visuelle Hinweise)
- Regelmäßige Überprüfung der Umsetzung und Rahmenbedingungen
- Transparente Rückmeldung der Ergebnisse und Leistungsfeedback
Im Mittelpunkt steht die Frage: Sind die Bedingungen so gestaltet, dass richtiges Verhalten leicht möglich ist?
Resumé
Hygiene braucht System
Beide Modelle zeigen dasselbe Grundprinzip: Nachhaltige Verbesserung entsteht durch ein Zusammenspiel aus Struktur, Training, Kontrolle und Feedback.
Während das INICC-Modell stark auf Datenerhebung und systematische Rückmeldung setzt, betont das WHO-Modell die Bedeutung von Infrastruktur und Sicherheitskultur.
Die Botschaft ist, wer Händehygiene nachhaltig verbessern will, braucht eine Kombination von Maßnahmen auf mehreren Ebenen.
Hygiene & Compliance
Wie kann DesiCoach dabei helfen?
Händehygiene ist grundsätzlich nicht durch eine oder mehrere Hygienemaßnahmen ‚erledigt‘ und läuft dann wie am Schnürchen. Es ist ein Dauerthema an das wir uns stetig erinnern müssen.
Unser Gehirn braucht Wiederholung.
Unser Verhalten braucht Impulse.
Und Teams brauchen Motivation.
Trainings sind eine hochwirksame Komponente im Maßnahmenpaket:
Praktische Trainings prägen Routinehandlung, schaffen Aha-Momente und setzen frische Anker im Gedächtnis. Gerade wenn im Team Sätze fallen wie: „Das wissen wir doch längst.“ Vielleicht stimmt das sogar – aber Wissen allein verändert noch kein Verhalten.
Genau hier setzt die DesiCoach®-Methode an:
Durch visuelles Feedback wird Händedesinfektion direkt sichtbar und erlebbar. Im ersten Schritt wird mit dem DesiCoach®-Färber der Status-quo überprüft. Im zweiten Schritt erfolgt die Optimierung mit dem DesiCoach®-Entfärber. Genau bei diesem Schritt wird die korrekte Bewegung in Echtzeit trainiert und nachhaltig verinnerlicht.
Die Umsetzung der Methode ist extrem einfach. Ihr könnt das Training völlig unkompliziert in eure regulären Hygienebelehrungen integrieren oder für schnelle, praktische Übungen zwischendurch auf Station nutzen.
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